S3 Versorgung der mentalen Gesundheit von Seniorinnen und Senioren nach der Corona-Krise sichern.

Status:
Annahme

Die ASG-Landeskonferenz möge beschließen, sich für die mentale Gesundheit von Seniorinnen und Senioren einzusetzen. Dies soll dadurch geschehen, dass die speziellen Risiken von Menschen über 65 Jahre erfasst und die Versorgung im psychotherapeutischen Bereich verbessert wird. Speziell fordern wir, dass die Anzahl der Kassensitze, die auf Bedürfnisse von Senioren und Seniorinnen ausgerichtet sind, erhöht wird. Gleichzeitig fordern wir eine Förderung solcher Kassensitze. Darüber hinaus müssen präventive Maßnahmen, die speziell auf die Altersgruppe der Seniorinnen und Senioren zugeschnitten sind, eingeführt und umgesetzt werden.

 

Begründung:

Die Versorgung von Seniorinnen und Senioren im Bereich der mentalen Gesundheit ist unzureichend. Dies hat auch die Corona-Krise deutlich gezeigt. Seniorinnen und Senioren haben einen speziellen Bedarf an Unterstützung hinsichtlich altersadäquater und themengerechter Versorgung. Die Maßnahmen während der Bekämpfung der Pandemie haben die Bedürfnisse und Interessen von Seniorinnen und Senioren nicht berücksichtigt. Die Versorgung in Deutschland berücksichtigt die Bedürfnisse nicht. Die Corona-Pandemie hatte zur Folge, dass Seniorinnen und Senioren nicht nur weiter sozial isoliert wurden, sondern auch, dass selbst die nächsten Angehörigen keinen persönlichen Kontakt mehr haben durften. Dies führte vor allem während der ersten Monate der Pandemie zu regelrechten Schreckensszenarien in Altenheimen, in denen Menschen auf ihrem letzten Weg keine Begleitung mehr erfahren durften. Dies hinterließ tiefe Wunden bei den betroffenen Familienangehörigen sowie bei Bekannten und Freunden. Die Nicht-Berücksichtigung der Interessen und Bedürfnisse der Seniorinnen und Senioren führte auch in diesem Bereich zu einer Steigerung von Depression und Angststörungen, aber auch von Substanzmissbrauch und Suizidalität. Die Eskalation häuslicher Konflikte und Gewalt betraf ebenfalls viele Seniorinnen und Senioren. Deshalb soll in diesem Antrag gefordert werden, dass wir uns stark machen für die mentale Gesundheit älterer Menschen. Es muss eine Berücksichtigung der speziellen Bedürfnisse dieser Altersgruppe geben. Zukünftige politische Entscheidungen müssen die Sorgen und Nöte von Seniorinnen und Senioren stärker mit einbeziehen. Die psychotherapeutische Versorgung muss für Seniorinnen und Senioren adäquat ausgestaltet und ausgestattet sein.

Ein Beispiel hierfür ist die Weiterbildung zum Therapeuten. Hier darf es nicht nur junge Kolleginnen und Kollegen geben. Ältere Kolleginnen und Kollegen müssen die Möglichkeit haben, von Programmen zu profitieren, um Seniorinnen und Senioren zur Seite zu stehen. Die Anzahl der Kassensitze, die speziell Seniorinnen und Senioren unterstützen, muss erhöht werden. Als präventive Maßnahmen müssen die Krankenkassen soziale Treffpunkte für ältere Menschen finanzieren. Lebenshilfen im Alter und Pflegeunterstützung müssen stärker übernommen werden. Und es müssen mehr Bildungs- und Freizeitangebote sowie partizipative Angebote finanziert werden, in denen ältere Menschen ihre Expertise einbringen können und ihnen die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ermöglicht wird.

Barrierefreies PDF:
Änderungsanträge
Status Kürzel Aktion Seite Zeile AntragstellerInnen Text PDF
Annahme Ä1 zum S3 Erhard Reinfrank Änderung Adressat: ASG-Landeskonferenz, ASG-Landesvorstand